Es kommt nicht auf die Größe des Pferdes an, sondern auf deine innere Größe als pferdegestützter Coach!

Coaching und Pferd – ich coache auch mit beißenden Pferden!

Diese Aussage erntet in manchen meiner Ausbildungen verständlicherweise oft fragende Blicke. Später im Coaching erleben die Absolventen dann, warum und wie ich damit arbeite und sind hellauf begeistert von den Resultaten!

Ich empfehle jedoch nicht jedem, mit einem Pferd zu coachen, das zu sehr knabbert, zuschnappt oder sogar beißen würde! Es gibt drei wichtige Voraussetzungen für dich als Pferdegestützten Coach, solch ein Pferd gefahrlos und zu Gunsten des Klienten einsetzen zu können:

1. Die Unart des Zuschnappens sollte als Reaktion auf das Verhalten eines Menschen erfolgen. Das heißt, du als Coach musst genau einschätzen können, ob das Pferd jeden Menschen grundlos attackieren würde oder ob es den Menschen spiegelt. Die Pferde, mit denen ich coache, schnappen nur zu, wenn es z. B. um Themen wie Grenzen setzen, Durchsetzung oder mangelnde Präsenz geht. Und genau da sind sie dann sensationelle Trainer, durch die die Menschen enorm viel lernen können.

2. Du als Coach musst in jeder Sekunde, wirklich in jeder Sekunde, des Settings für die Sicherheit deines Coachees (Klienten) sorgen! Die Sicherheit hat alleralleroberste Priorität! Du als Coach musst mit deiner Aufmerksamkeit total klar und fokussiert sein. Nichts darf dir in so einem Moment entgehen! Für den Fall, dass es brenzlig wird und dein Coachee deinen Anweisungen nicht folgt, musst du diese äußerst klar formulieren. Geh‘ niemals davon aus, dass dein Klient (auch nicht, wenn er Erfahrung mit Pferden hat) schon weiß was zu tun ist oder er sich helfen kann. Er ist so sehr gefangen in seinem „Thema“, dass er DICH braucht! Du musst ihn motivieren, sein Verhalten zu verändern (je nach Thema). Du musst das Pferd lesen können, es einschätzen können, sein Verhalten einordnen können. Du bist verpflichtet, deinen Klienten zu beschützen, ihn vorzuwarnen und ihn gegebenenfalls aus der Situation herauszuholen. Du bist total gefordert, weil du deinem Klienten in dieser für ihn heiklen Situation helfen musst, diese Situation so zu verändern, dass er sich wohl fühlt! Du musst echt alles geben und es ist nicht unanstrengend, aber es lohnt sich!

3. Du darfst selbst absolut kein Problem mit den oben genannten Themen haben. Das Pferd darf niemals auf dich reagieren! Ich habe das schon bei anderen Coaches erlebt, die dann erst mal sich selbst in Sicherheit bringen mussten. Wenn du erst mal für dich selbst sorgen musst, wie willst du dann für deinen Coachee sorgen? Also ganz wichtig: Du musst total klar und präsent sein! Du musst wissen, wie dein Klient das Pferd zu behandeln hat, was zu tun ist. Du selbst musst dich in dem Coaching sicher fühlen. Sobald du dich unwohl fühlst, brich‘ das Coaching lieber ab, als etwas zu riskieren. Vertraue deiner Intuition! Tue niemals etwas, bei dem du ein ungutes Gefühl hast! Sei dir deiner Verantwortung bewusst und handle dementsprechend.

Ziel des Coachings ist insgesamt, dass das Pferd dem Klienten ruhig folgt oder bei ihm ist, ohne Grenzen zu überschreiten und dass der Mensch sich sicher fühlt. Deine Aufgabe ist, das Setting sicher zu gestalten und den Coach zu motivieren, seine bisherigen „Schwächen“ in Stärken umzuwandeln. Solch ein Coaching ist gewagt und sicher nicht einfach, aber wenn du den Klienten so sehr unterstützt, dass er gelassen mit dem Pferd geht, er seine Grenzen wahrt und präsent ist, dann hat sich diese Mühe gelohnt und dein Klient wird dir dankbar sein für sein neues Lebensgefühl!

Ganz wichtig noch zum Schluss: Es kann sein, dass Menschen von jetzt auf gleich besonders aufbrausend, hektisch und dominant reagieren, weil sie es nicht anders gelernt haben. Das motiviert die Pferde jedoch und stachelt sie an, noch weiter zu gehen. Hier ist es wichtig, dass du als Coach absolut die Ruhe bewahrst und eingreifst. So wie du deinen Klienten schützt, musst du auch deinen Partner das Pferd schützen. Du bist der Übersetzer für die Botschaft des Pferdes! Du sorgst dafür, dass der Mensch das Pferdeverhalten nicht nur als unzulässiges Verhalten einstuft, sondern sich fragt, was er damit zu tun hat und was er verändern kann.

Es geht insgesamt niemals darum, das Pferd zu verändern, sondern das Verhalten, die Einstellung und die Gefühle des Menschen. Das Pferd tut nichts Schlechtes. Es ist seine Art zu zeigen, dass der Mensch genau an diesem Punkt noch wachsen darf!

Ich habe übrigens auch schon erlebt, dass ich während einer Ausbildung ausschweifend vor einem meiner zuschnappenden Co-Trainer gewarnt habe, ihn dann hole und: nichts passiert ist! Vor uns stand ein lammfrommes und kuscheliges Pferd.  Warum? Weil keiner der Ausbildunggruppe eines der o. g. Themen hatte. Das kommt jedoch selten vor. 

Da dieser Beitrag nun doch etwas länger geworden ist, widme ich mich morgen den hustenden Pferden.

Für alle Schweizer dürfte interessant sein, dass in der Ausbildung vom 13.-16.05.17 bei Bern nur noch zwei Plätze frei sind!!   

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